Um ihre Larven zu füttern, machen Hornissen Jagd auf Bienen. Vor allem die Orientalische Hornisse ist bei Imkern gefürchtet: Eine einzige kann bis zu 30 Bienen am Tag erbeuten. Doch die Bienen haben eine Taktik entwickelt, um sich zu wehren.

Hornisse
Hornissen füttern ihre Larven mit Bienen | Bildrechte: WDR 2019/Ole Schleef

Wenn ab Juni die ersten Arbeiterinnen der Hornisse Vespa crabro schlüpfen und auf Nahrungssuche gehen, sind sie vor allem hinter Proteinen her. Die ausgewachsenen Tiere ernähren sich zwar fast nur von süßen Baumsäften, reifem Obst oder Blütennektar. Aber die Larven in der Kolonie brauchen auch tierische Kost.

Darum fangen Hornissen eine Menge Insekten, die sie für den Nachwuchs zu einem Brei zerkauen – auch Honigbienen jagen sie immer mal wieder. Genau wie ihre angebliche Aggressivität und Giftigkeit ist aber auch widerlegt, dass sie Honigbienenvölkern auf diese Weise ernsthaften Schaden zufügen können.

2014 ist die Orientalische Hornisse Vespa orientalis erstmals in Deutschland aufgetaucht. Sie ist bei Imkern gefürchtet, weil eine einzige Arbeiterin bis zu 30 Honigbienen am Tag erbeuten kann. Ist ein Honigbienenvolk geschwächt, dringen Orientalische Hornissen sogar in den Stock ein, um Honig zu rauben.

Wenn Hornissen oder Wespen in den Bienenstock eindringen, stürzen sich so viele Arbeiterinnen wie möglich auf einen Eindringling und heizen ihren eigenen Körper auf, indem sie mit den Flugmuskeln zittern. Auf diese Weise steigt die Temperatur im Kampfgewühl auf über 50 Grad Celsius – die Hornisse erleidet eine Hitzeschock.

Auch die Asiatische Hornisse Vespa velutina ist seit wenigen Jahren in Deutschland. Sie frisst ebenfalls gerne Honigbienen und ist gegen deren Abwehrmechanismen weitaus besser gewappnet.

Joachim Budde

Joachim Budde

Joachim stellt als freier Wissenschaftsreporter Insekten nach. Er hat schon einen Imkerkurs besucht, Asiatische Tigermücken am Oberrhein gejagt, Bettwanzen in einem Berliner Plattenbau gesucht und Fliegen im Garten des Londoner Naturkundemuseums beobachtet. Er arbeitet fürs Radio und für #bienenlive.