Im September blüht der Efeu auf – eine Chance für Bienen und andere Insekten, sich nochmal so richtig sattzufressen. Mit Pollen geizt der Efeu, dafür ist der Nektar für Bienen umso wertvoller.

Der Efeu öffnet seine Blüten nach und nach | Bildrechte: WDR 2019

Mindestens bis September wartet der Efeu, ehe er dünne Stiele mit drei bis sechs eher unauffälligen, winzigen und grünlich hellgelben Blütenrispen zwischen seinen Blättern hindurchschiebt. Dann beginnt die tiefgrüne Efeu-Wand zu summen vor Geschäftigkeit.

Die Efeublüte ist eine der letzten Gelegenheiten für alle möglichen Insekten, sich noch schnell sattzufressen, ehe der Herbst ihnen der Garaus macht. Neben Honigbienen, einigen Schwebfliegen und Schmetterlingen bedient sich vor allem die Efeu-Seidenbiene Colletes hederae an den Blüten. Wissenschaftler beschrieben diese Art erst im Jahr 1993. Denn sie ist einer anderen Bienenart sehr ähnlich, der Salzaster-Seidenbiene Colletes halophilus. Ihre Pelzweste ist aber dunkler, rostrot, ihre Streifen auf dem Hinterleib sind braun. Auf den Blüten pudert sie sich gründlich den ganzen Körper mit dem tiefgelben Pollen ein. Damit geizt der Efeu, dafür ist der Nektar für die Bienen umso wertvoller.

Efeu trägt nur selten zum Honig bei

Efeu liefert eine anständige Menge Nektar, den die Blüten offen darbieten, und damit allen Insekten zur Verfügung stehen. Dadurch ist Efeu zwar eine ganz passable Bienenweide, er trägt aber dennoch nur selten zum Honig bei, weil er so spät blüht, dass die Honigernte bis dahin schon längst abgeschlossen ist. Lediglich in Heidehonigen aus nördlichen Gefilden oder in Honig aus größeren Städten findet sich ein gewisser Anteil Efeutracht.

Efeupflanzen öffnen nicht alle Blüten gleichzeitig, sondern verteilen sie über einen Zeitraum von bis zu drei Wochen. Die kugelige Frucht reift erst im folgenden Januar bis April und hilft damit Vögeln wie dem Gartenrotschwanz, der Mönchsgrasmücke, dem Star, der Amsel oder dem Rotkehlchen über die magere Winterzeit.

Joachim Budde

Joachim Budde

Joachim stellt als freier Wissenschaftsreporter Insekten nach. Er hat schon einen Imkerkurs besucht, Asiatische Tigermücken am Oberrhein gejagt, Bettwanzen in einem Berliner Plattenbau gesucht und Fliegen im Garten des Londoner Naturkundemuseums beobachtet. Er arbeitet fürs Radio und für #bienenlive.