Nektar und Pollen sind nicht die einzigen Währungen im Deal zwischen Bienen und Blumen. Manche Pflanzen bieten den Bestäubern stattdessen Öle an.

Giulbweiderich
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(Bild: istockphoto.com / yarvin13)

Öl ist allerdings ziemlich speziell. Und so wissen nur wenige Wildbienenarten  etwas damit anzufangen. Anders als auf anderen Kontinenten gibt es in Mitteleuropa nur wenige Ölblumen. Sie alle gehören zur Gattung Gilbweiderich, zum Beispiel der Gewöhnliche Gilbweiderich oder Pfennigkraut – beides Pflanzen mit leuchtend warmgelben Blüten, die in Trauben oder Rispen angeordnet sind. Sie blühen von Juli bis August.

Hierzulande gibt es zwei Bienenarten, die sich auf den Gilbweiderich-Blumen bedienen. Sie gehören zu den Schenkelbienen, wie die Auen-Schenkelbiene Macropis europaea. Jedes Tier lebt auf sich gestellt. Die Weibchen haben einen schwarzen Körper und wenige blonde Haare, aber Hinterbeine, die aussehen, als trügen sie dicke Pelzstiefel.

Die Männchen erkennt man an ihrem gelben Gesicht. Auf ihren Patrouillenflügen bleiben sie dicht bei den Ölblumen. Haben sie ein Weibchen für sich gewinnen können, wird der Gilbweiderich zum Ehebett.

Aus dem Öl stellen die Schenkelbienen-Weibchen ein Wachs her, mit dem sie ihre Brutzellen auskleiden, um die Brut vor Feuchtigkeit zu schützen. Und sie mischen es unter den Gilbweiderich-Pollen, um die Larvennahrung zu pimpen.

Gilbweiderich produziert keinen Nektar, also gibt es von dieser Blume keinen Honig.