Wenn der Raps goldgelb blüht, beginnt für die Bienen das große Schlemmen. Sie  finden so viel Nektar auf engem Raum wie selten – und produzieren einen hellen, cremigen Honig

Raps
Rapsfeld im Rheinland: Von hier schleppen Bienen den Nektar in Massen in den Stock

Wenn warmer Frühlingswind über ein Rapsfeld streicht, sich mit dem süßen würzigen Duft der strahlend gelben Blüten vollsaugt, kann sich die Luft schon mal anfühlen, als nehme man ein Aroma-Bad. Für Bienen bedeutet das: Tage mit so viel Beute wie selten im Jahr. Imker nennen die Blüte von Raps daher auch eine Massentracht. Das liegt einmal daran, dass Rapsfelder so groß sind, aber auch daran, dass die Blüten sehr viel Nektar und Pollen anbieten.

Wenn eine Biene im April oder Mai mit zitronengelben Pollenhöschen zum Stock zurückkommt, dann hat sie sich wahrscheinlich auf einem Rapsfeld vollgeschlagen. Experten schätzen, dass die Rapsblüten auf jedem Hektar etwa sechs Kilogramm Zucker produzieren. Jeden Tag! Während der gesamten Blütezeit kommen so 40 bis 200 Kilogramm Zucker zusammen. Zumal der Raps mehr Nektar herstellt, je intensiver die Bienen ihn sammeln.

Eigentlich bauen Landwirte den Raps wegen seiner schwarzen Samen an, die im Sommer geerntet werden. Sie lassen sich zu würzigem Öl auspressen, aus dem Speiseöl oder Margarine entsteht. Aber auch als Biokraftstoff wird es immer wichtiger. Wie nützlich Raps ist, wussten Menschen im nördlichen Mitteleuropa schon im Altertum. Darauf lassen Funde aus germanischen Siedlungen schließen. Mittlerweile wird Raps auf mindestens fünf Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen angebaut.

40 Kilogramm Honig pro Hektar

Zwar kann Raps auch ohne die Hilfe von Insekten Früchte entwickeln; sie fallen aber größer aus, wenn Honigbienen, Hummeln, Wildbienen oder Schwebfliegen den Pollen zwischen den Blüten umhertragen. Und: Die Arbeit der Bienen bringt den Imkern in der Nähe von Rapsfeldern eine reiche Honigernte. So ergibt ein Hektar Feldfläche etwa 40 Kilogramm Honig.

Rapshonig ist ungewöhnlich hell, fast weiß. Er riecht ein wenig nach Kohl, schmeckt aber fein aromatisch, blumig.  Wenn die Imker ihn lange rühren, zerkleinern sie die Zuckerkristalle und der Honig wird cremig, fühlt sich im Mund zart an. Wie Rapshonig entsteht, haben die Reporter von der WDR-„Sendung mit der Maus“ anschaulich erklärt. Für Kinder, aber auch für Erwachsene. HIER klicken.

 

Joachim Budde

Joachim Budde

Joachim stellt als freier Wissenschaftsreporter Insekten nach. Er hat schon einen Imkerkurs besucht, Asiatische Tigermücken am Oberrhein gejagt, Bettwanzen in einem Berliner Plattenbau gesucht und Fliegen im Garten des Londoner Naturkundemuseums beobachtet. Er arbeitet fürs Radio und für #bienenlive.