Was ist nicht alles passiert! Mit Kameras und Sensoren, im Radio und im TV, im Newsletter und im WhatsApp-Chat konnte jeder das Leben der drei Bienenköniginnen Linda, Ruby und Cleo und ihrer Völker mitverfolgen.

 

Abschied
Einen Sommer lang haben die drei Königinnen Linda, Ruby und Cleo ihr Leben mit der Welt geteilt | Bildrechte: WDR 2019/Grit Schuster/Ole Schleef

Jetzt können Menschen ernten, wofür Bienen im Frühjahr hart gearbeitet haben. Die Obstbäume hängen voll reifer Äpfel und Birnen, überall könnt Ihr die Früchte der Natur einsammeln. Für Bienen gibt es dagegen immer weniger zu holen: Nur noch wenige Blüten locken sie aus dem Stock. Die bunten Blumenmonate sind vorbei, der Bienensommer neigt sich dem Ende zu.

Nach und nach werden die fleißigen Töchter von Cleo, Linda und Ruby jetzt sterben. Das ist der Lauf der Dinge. Ihre Aufgabe als Sammlerinnen ist erfüllt. Nur eine letzte Tat haben sie zu erledigen: Sie müssen die neue Generation von Bienen aufpäppeln, die so genannten Winterbienen. Sie leben weitaus länger als jene, die im Frühjahr und Sommer geboren werden: bis zu sieben Monate. Und sie haben eine andere Aufgabe als die Sommerbienen.

Nur selten fliegen sie noch aus. Stattdessen schlagen sie sich den Bauch voll, fressen sich eine richtige Wampe an. So machen sie sich bereit für die kalten Tage und Nächte. Dann kuscheln sich die Tiere im Volk eng zusammen, zucken mit den Muskeln, so dass Wärme entsteht. So können sie als Gemeinschaft überstehen, was eine einzelne Biene niemals auf Dauer ertragen könnte: Temperaturen unter 10 Grad Celsius.

So haben die drei Königinnen und ihre Imker den Sommer erlebt:

Königin Linda:
Eine Schulbiene mit Followerpower

Bienenkönigin LindaLinda ist mit etwa 10.000 Bienen im Frühjahr in ihren Stock in Lage eingezogen. Doch im Verlauf der Monate wurde ihr Staat immer größer, wuchs an auf bis zu 50.000 Bienen, schätzt ihr Imker Christian Strulik. Oft hat er die Herrscherin besucht, immer begleitet von den Jungimkern der Schulklasse 4b der Grundschule Ehrentrup. Auch das Radio war oft dabei. „Vor allem der Umgang der Kinder mit den Bienen war spannend zu beobachten“, sagt Strulik. „Wenn wir es geschafft haben, dass sie die Bedeutung der Insekten für unser Leben wertschätzen, haben wir viel erreicht.“ Dabei haben auch viele informative Videos geholfen.

Aber nicht nur die Kinder waren ganz dicht dran am Leben der Königin: Zum ersten Mal konnten Menschen via WhatsApp Nachrichten mit einer Bienenkönigin austauschen. Viele Menschen haben sich begeistert eingelassen auf den spielerischen Umgang mit dem Thema Insekten. Gerade so, als hätten sie eine neue Freundin gewonnen. Mehr als 150 Nachrichten hat Linda an ihre Fans im Sommer verschickt – und dann immer fleißig mit den Nutzern individuell gechattet.

 

Königin Cleo:
Die Stadtbiene sorgt für Aufregung

Königin CleoDas Volk von Königin Cleo sorgte gleich zu Beginn von #bienenlive für ein wenig Trubel: Mit Hilfe der Kameras, die an jedem Stock der Königinnen angebracht waren, entdeckten Zuschauer, dass einige Bienen tot vor dem Stock lagen. Die Königin konnte schnell Entwarnung geben: Völlig normal, wenn das Bienenjahr mit kalten Temperaturen startet. Und das Wetter sorgte weiter für Turbulenzen: Die Hitze im Sommer machte den Bienen zu schaffen. Das konnten die Nutzer auch im wöchentlichen Newsletter und im Datenzentrum von Königin Cleo live verfolgen.

Da hat auch Imker Marc Niemeyer immer wieder gerne vorbeigeschaut: „Besonders interessant bei #bienenlive fand ich die Daten, die gesammelt wurden.“ So bekam er ganz neue Einblicke in das Leben seiner Tiere. „Das hat mich total fasziniert.“ Königin Cleo und ihr Volk werden den Winter auf dem Flachdach des alten Taubenschlags in Witten verbringen. Von dort werden sie im kommenden Frühjahr wieder ausschwärmen und Nektar sammeln in den umliegenden Kleingärten.

Königin Thea, Ammenbiene Sarah, Königin Ruby:
Die drei Damen aus dem Kloster

Im Bienenstock von Imkerin Silke Gimnich in Köln-Junkersdorf haben sich gleich zwei Königinnen im Verlauf des Bienensommers das Zepter in die Hand gegeben: Anfangs herrschte noch Königin Thea. Doch pünktlich zum Internationalen Weltbienentag am 20. Mai 2019 hat sich Thea mit einem Teil ihres Hofstaats aufgemacht in die Welt! Sie machte also etwas, was für Bienen völlig normal ist. Sie schwärmte, wie Bienenkenner sagen. „Ich habe gelernt, dass Bienen nach wie vor selbstständig agieren und von mir nur begleitet werden“, sagt Silke Gimnich.

Bis im Königinnenreich von Köln-Junkersdorf eine neue Königin gekrönt wurde, nahm bei #bienenlive die Ammenbiene Sarah den Platz von Thea ein. Ammenbienen haben ein wichtige Aufgabe im Staat: Sie sorgen für die Larven und ziehen all die Bienen groß, für die die ausgeschwärmte Königin zuvor noch Eier gelegt hat. Es dauerte eine Zeit, bis im Volk eine neue Königin geboren wurde: Königin Ruby verließ den Stock zum Hochzeitsflug, kehrte zurück und begann, den Staat mit vielen neuen Eiern zu versorgen. Im nächsten Bienensommer, so hofft Silke Gimnich, werden auch wieder viele Gruppen von Kindern und Naturinteressierten die Bienen besuchen.