Unsere Interviewbiene hat einen der schnellsten und schönsten Krabbler vor dem Mikrofon: Herrn Carabus, einen Goldlaufkäfer

Laufkäfer
Ein gutes Stück größer: Reporterbiene befragt Käfer | Bildrechte: WDR 2019/Ole Schleef

Herr Carabus, wie geht es Ihnen?

Gar nicht übel, ich habe allerdings Hunger. Sie sind ja Vegetarierin, aber ich brauche Fleisch. Ich nehme es mit Regenwürmern und Schnecken auf, mache mich über Insektenlarven und Insekten mit weicher Haut her – sowas schmeckt mir. Wenn es sein muss auch Aas und Pilze. Aber wenn Sie nach meinem Befinden fragen: In vielen Gegenden haben es meine Artgenossen schwer. Die Populationen schrumpfen.

Woran liegt das?

Wie viele andere große Laufkäfer macht uns die Art zu schaffen, wie die Menschen die Landschaft nutzen. Immer neue Straßen zerschneiden unsere Lebensräume, wir werden plattgefahren, Insektengifte können wir gar nicht vertragen, und die machen auch unserer Beute zu schaffen. Das erschwert uns das Leben natürlich zusätzlich. Wo es wenig Würmer gibt, bleiben wir weg.

Stehen Sie auf der Roten Liste?

Deutschlandweit betrachtet sind wir nicht gefährdet. In manchen Gegenden verschwinden wir aber. Was viele nicht wissen: Zehn Prozent aller Goldlaufkäfer leben in Deutschland. Darum sind wir eine sogenannte Verantwortungsart, die Menschen hierzulande müssen sich eigentlich besonders für unseren Erhalt einsetzen.

Sie sind knapp drei Zentimeter groß mit einem wirklich schicken goldrot schimmernden Panzer – aber wenn ich an Würmer oder Schnecken denke, dann sind die ja noch eine ganze Nummer größer…

Was soll ich sagen? Ich bin stark und schnell.

Und was halten Sie von der Hitze?

Endlich Sommer! Ich mag es warm und trocken, es muss schon ordentlich die Sonne scheinen, damit es mir gefällt. Maximal Waldrand. Lehmboden mag ich besonders, auf und um Äcker herum zum Beispiel.

Joachim Budde

Joachim Budde

Joachim stellt als freier Wissenschaftsreporter Insekten nach. Er hat schon einen Imkerkurs besucht, Asiatische Tigermücken am Oberrhein gejagt, Bettwanzen in einem Berliner Plattenbau gesucht und Fliegen im Garten des Londoner Naturkundemuseums beobachtet. Er arbeitet fürs Radio und für #bienenlive.