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Die Bestseller-Autorin Meike Winnemuth will sich im Leben so vielen Aufgaben wie möglich stellen, »um irgendwann reuelos ins Grab zu sinken«. Mal trägt sie ein Jahr lang das gleiche blaue Kleid, dann gewinnt sie bei Günther Jauch eine halbe Million Euro und geht auf Weltreise. 2018 wechselte sie für ein ganzes Jahr vom Nomadenleben in die Gartenlaube.

Die Autorin Meike Winnemuth erlebte ein ganzes Jahr im Garten (c) Felix Amsel

Frau Winnemuth, Sie sind in eine Kolonie an der Ostsee gezogen, haben sich ganz dem Gärtnern verschrieben. Dabei hatten Sie früher „keinerlei Kontakt mit irgendeiner Form von Grünzeug“, schreiben Sie in Ihrem neuen Buch „Bin im Garten – Ein Jahr wachsen und wachsen lassen“. Wie kam’s?

Meike Winnemuth: Ich hatte Sehnsucht nach einem Zuhause. Reisen ist erfüllend, aber ich wollte endlich an einem Ort leben, dem ich mich zugehörig fühle. Denselben Baum im Frühjahr, im Sommer, im Herbst und sogar im Winter sehen.

Was haben Sie im Garten gelernt?

Winnemuth: Nirgends ist das Gefühl elementarer als im eigenen Garten. Hier kann ich mir mein Abendessen mit den Händen erarbeiten. Den Verlauf des Jahres erlebe ich mit allen Sinnen: Ich rieche die Erde, höre die Vögel, sehe die Insekten, fühle die Reife der Früchte. Jeden Morgen gehe ich in Schlappen in den Garten und gucke: Was ist über Nacht passiert?

Was macht das mit Ihnen?

Winnemuth: Ich habe mein Talent zum Wundern geschärft. Ich habe gesehen, wie aus einem kleinen Saatkorn eine zwei Meter hohe Tomatenstaude gewachsen ist. Das mitzuerleben ist ein riesen Vergnügen. Ich arbeite unten am Boden, über mir gibt es ein Gesummsel von Bienen und Hummeln, die alles bestäuben. Zusammen schaffen wir ein kleines Ökotop. Das ist doch ein Wunder!

Was haben Sie getan, damit sich bei Ihnen viele Insekten heimisch fühlen?

Winnemuth: Ich habe für die Bienen und ihre Freunde Wildstauden angepflanzt, zum Beispiel Agastache und Wasserdost. Auf deren schirmförmige, rosa Blüten fliegen sie in meinem Garten besonders. Das ändert nichts an der Grundmisere der extensiven Landwirtschaft, den Pestiziden. Aber wenn nur jeder ein klein wenig für Insekten tut, dann können wir immerhin etwas beitragen.

Bilder und Videos

Bin im Garten
Meike Winnemuths Buch "Bin im Garten" ist ein Bestseller
Ein Leben mitten im Grünen? Winnemuth hat es ein Jahr lang mit ihrem Hund ausprobiert.

Anna Heidelberg-Stein

Anna versucht mit Wildblumen im eigenen Garten Bienen anzulocken. Leider blüht dort nie was. Sie schreibt für die ZEIT Hamburg. Für #bienenlive interviewt sie Experten aus ganz Deutschland; nebenbei hofft sie auf den entscheidenden Tipp für ihre Honigwiese.