Das erste Mal der Bienenkönigin ist auch das einzige Mal. Dafür ist dieses eine Mal Sex richtig, ähm, umwerfend. Für die Königin. Für ihre Partner endet es dagegen tödlich.

Illustration Bienenkönigin und Drohnen
Die Drohnen stehen beim Hochzeitsflug der Bienenkönigin Schlange. Bildrechte: Ole Schleef

Damit der Hochzeitsflug klappt, sollte es sonnig, warm und keinesfalls zu windig sein. Dann schubsen die Arbeiterinnen die neue Königin etwa zwei Wochen nach dem Schlüpfen aus dem Stock. Wenn sich eine frischgebackene Bienenkönigin wie Jungkönigin Ruby aufmacht, sich aufs Flugbrett schwingt, dann folgt ein Großereignis.

Bis zu zwei Kilometer weit fliegt sie in ihrer Hochzeitsnacht. Der Flug ist ganz und gar nicht zweisam romantisch. Bis zu 20.000 männliche Bienen, die Drohnen, sind gekommen. Sie wurden von Rubys Duftstoffen, den Pheromonen, angelockt. Auf einem Drohnensammelplatz haben sich die Männchen zuvor zusammengefunden wie zu einem großen Junggesellenabschied. Aber nur eine Handvoll wird der neuen Königin nahe kommen können.

Ein Blind Date im Flug

Dann startet Ruby. Die Traube der Männchen hebt ab, fliegt um sie herum. Im Flug von hinten dockt ein glücklicher Drohn an die Königin an. Dabei verausgabt er sich so, dass er leblos vom Himmel fällt – und macht so Platz für den nächsten. Bis zu 10 Millionen Spermien sammelt Ruby so auf ihrem Hochzeitsflug ein. Sie speichert die Samen in einer speziellen Blase. Ein Vorrat für die Abertausende Eier. Schließlich kehrt sie in den Stock zurück.

Wenige Tage nach der Begattung nimmt die Königin zu – sie ist bereit für die Eiablage.  Die nächsten vier Jahre wird Ruby täglich Hunderte Eier legen: befruchtete, aus denen ihre Töchter, die Arbeiterinnen, schlüpfen und unbefruchtete, aus denen ihre Söhne schlüpfen. Weil sie das Sperma von verschiedenen Vätern weitergibt, sind die Bienen im Stock nur Halbschwestern.