Da vorne ist das Einflugloch. Schau Dir die Wächterinnen an! Sie passen auf, dass hier niemand eindringt. Erst riechen sie an uns, dann befühlen sie uns mit ihren Antennen. Wenn sie zufrieden sind, dann lassen sie uns durch.

Eine Honigbiene fliegt mit Nektar nach Hause

Mit dem riesigen Honigvorrat und den vielen Larven ist eine Bienenkolonie ein Schlaraffenland für viele Tiere: Wespen, Mäuse, Ameisen – auch Honigbienen aus anderen Völkern probieren immer wieder ihr Glück bei uns. Aber dann bekommen sie es mit den Wächterinnen zu tun!

Zuerst richten die sich drohend auf und versuchen, den Eindringling wegzudrängen. Wenn das nicht hilft, kommt der Stachel zum Einsatz. Manchmal sieht man zwei Bienen miteinander ringen, eine jede will der anderen zuerst den tödlichen Stoß versetzen. Aber meist gewinnen die Türsteherinnen. Denn mit einem Alarmduftstoff können sie Kolleginnen zu Hilfe rufen.

Außerdem könnt Ihr am Einflugloch Bienen sehen, die mit den Flügeln schlagen, aber gar nicht losfliegen. Diese Schwestern stoßen einen Duftstoff aus und fächeln ihn in den Wind, damit wir Sammelbienen leichter wieder nach Hause finden. Oder – näher am Einflugloch – sorgen sie für gute Belüftung in der Beute; so nennt der Imker den Holzkasten, in dem wir unser Nest gebaut haben. Jetzt aber nach drinnen, die Ernte abliefern!

Joachim Budde

Joachim Budde

Joachim stellt als freier Wissenschaftsreporter Insekten seit nach. Er hat schon einen Imkerkurs besucht, Asiatische Tigermücken am Oberrhein gejagt, Bettwanzen in einem  Berliner Plattenbau gesucht und Fliegen im Garten des Londoner Naturkundemuseums beobachtet. Er arbeitet fürs Radio und für #bienenlive.