Apfelblüten liefern ordentliche Mengen Blütenstaub und sehr viel Nektar, reichlich Futter für die Bienen. Und Menschen brauchen die Insekten dringend in den Bäumen.

Blühender Apfel
Apfelblüten, Sorte Boskop, in der Gemeinde Wachtberg im Rhein-SIeg-Kreis.

Die weißen, je nach Sorte auch rötlich-weißen Blüten der Apfelbäume sind für Menschen und Bienen etwas sehr Besonderes. Klar, es gibt den kalendarischen Frühlingsbeginn am 1. März, den astronomischen am 20. März, aber eben auch den beobachteten – und der fällt für viele mit der Apfelblüte zusammen. In NRW sind die Apfelbäume an den meisten Orten wohl schon wieder verblüht, in ein paar höher gelegenen Regionen in Eifel und Sauerland sind aber noch hell leuchtende Streuobstwiesen zu finden.

Apfelblüten sind mehrere Zentimeter groß und ziemlich flach. Nicht alle duften. Aber sie liefern ordentliche Mengen Pollen und sehr viel Nektar, reichlich Futter für die Bienen. Und Menschen brauchen die Insekten dringend in den Bäumen.

Was Honigbienen aus dem Trott bringt

Und zwar idealerweise viele verschiedene Arten neben der Honigbiene. Denn Apfelbäume brauchen Pollen von Blüten anderer Bäume, um später Äpfel zu entwickeln. Sie können sich nicht selbst befruchten. Das heißt, die Bienen müssen häufig die Bäume wechseln. Das tut die Honigbiene aber nicht besonders gern. Sie fliegt lieber von einer Blüte direkt zu der daneben. Forscher haben festgestellt: Wenn auch Wildbienen auf den Apfelbäumen unterwegs sind, bringen sie die Honigbienen aus diesem Trott. Die Menschen freut es – denn dann ist die Ernte besonders reichlich.

Reinen Apfelhonig gibt es allerdings kaum, weil zur selben Zeit so viele verschiedene Pflanzen blühen. Und die Bienen holen sich, was sie kriegen können. Ein milder Sortenhonig von Obst gelingt nur in wirklich großen Anbaugebieten. Es gibt etwa edlen Honig von Zitronen- oder Orangenblüten: Der schmeckt mild und frisch, beinahe ein wenig parfümiert und jeweils nach Zitrone oder Orange.

Joachim Budde

Joachim Budde

Joachim stellt als freier Wissenschaftsreporter Insekten nach. Er hat schon einen Imkerkurs besucht, Asiatische Tigermücken am Oberrhein gejagt, Bettwanzen in einem Berliner Plattenbau gesucht und Fliegen im Garten des Londoner Naturkundemuseums beobachtet. Er arbeitet fürs Radio und für #bienenlive.