Unsere Reporter-Biene hat einen stark gefährdeten Krabbler vor dem Mikrofon: Frau Oxythyrea, den Trauer-Rosenkäfer.

Rosenkäfer
Der Trauer-Rosenkäfer im Interview | Bildrechte: WDR 2019/Ole Schleef

Trauer-RosenkäferKostbarer Krabbler im Garten

wiss. Name Oxythyrea funesta
aktiv Mai bis Juli
Merkmal schwarz mit weißen Punkten
Lebensraum blütenreiche Wiesen, sonnige Waldränder, Steppen und Heiden, Mager- und Trockenrasen
Nahrung Käfer: Pollen und Nektar; Larven: Graswurzeln

Frau Oxythyrea, wie kommen Sie zu diesem kummervollen Namen?

Die ganzen anderen Rosenkäferarten sind ja ziemlich bunt: grün-metallic, rot-metallic, gold-metallic. Ich hingegen bin schwarz mit weißen Punkten. Das erweckt eher trübsinnige Assoziationen. Da hat der Vogel Star es besser [lacht].

In Nordrhein-Westfalen sind Sie ja ein Neubürger…

… Moment, das stimmt gar nicht. Zur Zeit der Römer hat es mir hier schon gut gefallen. Archäologen haben im Rheinland Flügeldecken meiner Vorfahren in Grabstätten aus jener Zeit gefunden. Auch Ende des 19. Jahrhunderts haben Naturforscher im Westen noch Trauer-Rosenkäfer gefunden. Aber was stimmt: Seitdem habe ich mich rar gemacht. So rar, dass mich das Bundesamt für Naturschutz auf der Roten Liste für Deutschland als „stark gefährdet“ führt.

Also gut: Warum sind Sie zurückgekehrt?

Seit Anfang der 2000er haben wir in NRW schon mal vorgefühlt, und seit zwei oder drei Jahren tauchen wir so gut wie überall im Rheinland und sogar im Sauerland wieder auf. Sie fragten nach dem Grund: Es ist hier im Schnitt wärmer geworden, das mag ich.

In welchen Lebensräumen fühlen Sie sich wohl?

Ich mag Wiesen mit vielen Blüten – da sind wir beide, Sie und ich, uns ganz ähnlich. Aber auch Waldränder gefallen mir.

Larven haben ja oft andere Bedürfnisse als die Erwachsenen. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Ich fresse gern Pollen und Nektar, vor allem auf Korbblütern und Doldengewächsen. Meine Larven leben an Graswurzeln. Im Herbst schlüpfen die ausgewachsenen Käfer und überwintern im Boden.

Joachim Budde

Joachim Budde

Joachim stellt als freier Wissenschaftsreporter Insekten nach. Er hat schon einen Imkerkurs besucht, Asiatische Tigermücken am Oberrhein gejagt, Bettwanzen in einem Berliner Plattenbau gesucht und Fliegen im Garten des Londoner Naturkundemuseums beobachtet. Er arbeitet fürs Radio und für #bienenlive.