Was macht Ihr da eigentlich? Wer etwas Neues wagt, der wirft verständlicherweise Fragen auf. Wir geben im Folgenden schon mal ein paar Antworten auf jene Fragen, die uns am häufigsten erreichen.

#bienenlive ist die erste Sensor-Live-Reportage, bei der Du einen Sommer lang live ins Leben von drei Bienenvölkern eintauchen kannst. Dafür filmen Webcams und messen Sensoren rund um die Uhr, was im Inneren der Bienenstöcke passiert: Wie warm ist es? Wie viele Bienen fliegen rein und wieder raus? Wie gesund sind die Bienen? Wie viel Honig produzieren sie am Tag? Und wie verhalten sie sich, wenn es regnet oder windig ist?

Die Livestream-Videos und die Daten fließen täglich auf diese Webseite, wo Dich die Bienenköniginnen Cleo, Thea und Linda über das Neueste in ihren Königreichen informieren. Diesen neuartigen Weg, mit Hilfe von Daten über einen längeren Zeitraum zu berichten, nennen wir „Sensorstory”.

Weitere Fragen & Antworten

  • #bienenlive ist ein journalistisches Projekt. Es soll aufklären, unterhalten und Wissen vermitteln, das zwischen Bienenstock und Honigbrötchen verloren geht. Die Bienenköniginnen sollen Menschen, die selbst noch nie einen Bienenstock genauer angeschaut haben, die Welt der Bienen nahebringen und ihnen helfen, Bienen und andere Insekten zu schützen – damit auch in Zukunft Bienen und andere Insekten Nektar und Pollen einsammeln können.

    Zugleich bietet #bienenlive Einblick in eine Tätigkeit, die viele Menschen nur vom Hörensagen kennen: die Imkerei. Dabei lieben die Deutschen Honig: Rund 1,1 Kilogramm davon verbraucht im Schnitt jeder Bundesbürger pro Jahr. Dafür müssen jede Menge Honigbienen jede Menge Nektar sammeln.  Das weiß jeder. Aber dass es in Deutschland mehr als 560 Arten von Wildbienen gibt und die Hälfte von ihnen gefährdet ist, das wissen die wenigsten Verbraucher heutzutage. Dabei kann den Bienen schon mit einfachen Mitteln geholfen werden, zum Beispiel durch das Anbieten geeigneter Nisthilfen im eigenen Garten.

     

  • Unsere Bienen leben in Nordrhein-Westfalen: Cleo, Königin der Stadtbienen, lebt auf einem alten Taubenschlag in Witten. Thea, Königin der Klosterbienen, im Vorgarten eines Klosters in Köln-Junkersdorf. Und Linda, Königin der Schulbienen, auf dem Schulhof einer Grundschule in Lage in Ostwestfalen-Lippe.

  • Die Bienenvölker sind das Wertvollste, was Imker haben. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir drei gefunden haben, die einen Sommer lang die Welt zuschauen lassen – und Tausenden Menschen zeigen möchten, wie ihre Bienen leben. Wir haben uns bei der Auswahl von keiner Interessengruppe helfen lassen, sondern haben die Imker selbst angesprochen. Du möchtest mehr wissen? Dann schau doch hier bei Königin Thea, Königin Cleo oder Königin Linda.

  • Uns ist das Wohl der Bienen sehr wichtig. Deshalb haben wir im Vorfeld unter anderem mit dem Tierethiker und Philosophen Prof. Dr. Herwig Grimm über unser Projekt gesprochen. Grimm leitet die Abteilung Ethik der Mensch-Tier-Beziehung am Messerli Forschungsinstitut in Wien. Er sagt über #bienenlive: „Immer vorausgesetzt, dass die Tiere durch die Sensoren und Kameras keinen Schaden nehmen und nicht unter vermehrtem Stress leiden, ist der Ansatz zu begrüßen, weil er die Frage der zukünftigen Gestaltung der Mensch-Tier-Beziehung zum Thema macht.”

  • Wir haben sichergestellt, dass wir die Bienen nicht übermäßig stressen und auch nicht gefährden. Wir setzen Technik ein, die schon mehrfach erprobt wurde und vielerorts im Einsatz ist. Und wir nutzen sie, um einer breiten Öffentlichkeit gegenüber transparent zu machen, was für Imker heute oft schon normal ist, ohne dass es der Mehrheit der Verbraucher bewusst ist.

  • Grundsätzlich gilt: Wer sich in der Nähe von Bienen aufhält, sollte sich ruhig verhalten. Denn Bienen stechen nur, wenn sie sich oder ihren Bau unmittelbar bedroht sehen. Das passiert etwa, wenn man sich hastig bewegt. Wer eine Bienenallergie hat, sollte Medikamente bei sich tragen. Unsere Mitarbeiter statten wir mit Schutzausrüstung wie Imker-Schleiern aus. Und dann gibt es noch ein paar wichtige Hinweise: Dem Bienenstock nur von hinten nähern! Helle Kleidung tragen! Nicht stark parfümieren. Und vorher keine Honig-Produkte benutzen (Shampoo, Lippenstift etc.).

  • Die drei Bienenvölker wurden nicht von uns erworben, sie gehören zum Bestand unserer drei Imker. Sobald das Projekt im Herbst 2019 beendet ist, ziehen die Schulbienen von der Grundschule Ehrentrup voraussichtlich wieder um auf eine Streuobstwiese, die Stadtbienen bleiben auf dem Dach des alten Taubenschlags bei den anderen Bienenstöcken. Die Klosterbienen bleiben im Kloster-Vorgarten, in ihrem Zuhause. Die Daten werden den Imkern weiter zur Verfügung gestellt.

  • Wir verwenden das Content-Management-System story.board, das von Robert Schäfer, Till Prochaska und Jakob Vicari entwickelt wurde. Die Software ermöglicht es Journalisten, Sensorstorys zu verfassen. Berichtenswerte Ereignisse (etwa „Es ist besonders heiß” oder „Viel Honig gesammelt”) werden als Trigger definiert und an bestimmte Messwerte der Sensoren gebunden. Diese Trigger werden mit Textelementen verknüpft, die ausgespielt werden, sobald das Ereignis in der Realität eintritt. Das ist der Live-Status der Königin, den ihr bei Thea, Cleo  oder Linda über den Datenkurven zu lesen bekommt.

     

  • #bienenlive setzt eine Stockwaage im Bienenstock ein. Diese meldet alle zwei Stunden das Stockgewicht, also wie viele Bienen und wie viel Honig im Stock sind. Am Stockgewicht lässt sich die Wetterlage ablesen, der Verbrauch im Winter, aber auch die Eingriffe des Imkers: Das Gewicht sinkt, wenn gegen die Varroa-Milbe behandelt wird, wenn Honig geerntet wird oder wenn ein Volk sich teilt und ausschwärmt. Aus dem Gewicht lässt sich der Tagesertrag in Honig und die Summe des gesamten gelagerten Honigs errechnen. Unser Bienenzähler bietet acht Ein- und Ausgänge mit Lichtschranken. So zählen wir alle Starts und Landungen. Die Differenz gibt tagsüber die Bienen an, die aktuell unterwegs sind. Abends zeigt der Wert den Verlust an Bienen an. Er wurde von Thorsten Gurzan (beelogger.de) entwickelt und von uns für #bienenlive angepasst. Der Brutraum-Sensor misst schließlich die Temperatur im Inneren des Bienenstocks. Das ist ein wichtiger Wert für die Gesundheit des Bienenvolks. Mit seiner Hilfe kann auch überprüft werden, wie Regen und Wind das Flugverhalten der Bienen beeinflussen. Beide Werte werden zusätzlich von Sensoren erfasst.

  • Wir filmen an jedem Stock permanent das Einflugbrett, den Flugterminal sozusagen (vor dem Stock informiert ein Schild die Menschen, dass hier permanent eine Video-Übertragung stattfindet). Aber wir haben auch Kameras mitten zwischen den Bienen. Im Bienenstock ist es normalerweise recht dunkel. Um dennoch Bilder zeigen zu können, arbeiten wir mit einem Lichtspektrum aus dem Infrarot-Bereich, das die Bienen nicht sehen. Unsere Kameratechnik hat lange experimentiert: Wir benutzen eine 360-Grad-Kamera, die zeitweise im Brutraum der Bienen hängt. So könnt Ihr Euch live im Bienenstock umschauen, sehen, wie die Bienen schlüpfen. Nach unserem Wissen ist das eine Weltpremiere: Eine 360-Grad-Kamera inmitten eines Bienenvolks hat es noch nicht gegeben. Vielleicht entdeckt Ihr eine unserer drei Königinnen?